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PARKINSON
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Das Parkinson-Zentrum


Spezialbereiche Parkinson
•  Pflege
•  Physio- und Ergotherapie
•  Logopädie
•  Neuropsychologie
•  Aktivierung und Freizeit
•  Werkateliers / Abklärungen
•  Sozialdienst


Das Parkinsonsyndrom ist eine häufige neurodegenerative Krankheit: schätzungsweise sind in der Schweiz ca. 15'000 Menschen davon betroffen. Die Ursachen sind zum grössten Teil unbekannt, wobei sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen könnten. Die medikamentöse Behandlung des Morbus Parkinson wird normalerweise im Langzeitverlauf aufgrund motorischer Schwankungen ("On-off"-Phänomene) zunehmend schwierig und kompliziert. In einer ersten Phase wird die Wirkungsdauer des Medikamentes immer kürzer, später können unwillkürliche Bewegungen auftreten, die ebenso wie Nebenwirkungen der Medikamente bei einigen Patienten stärkere Behinderungen darstellen als die Krankheit selbst.


Dr. med. Helene Lisitchkina
Leitende Oberärztin
Die wechselnde Befindlichkeit mit zum Teil unvorhersehbaren Schwankungen kann bei den Betroffenen Angst auslösen oder zur Aufgabe aller sozialen Aktivitäten führen. Für die Angehörigen mag es ebenso schwierig sein, die Krankheit zu akzeptieren; trotzdem zögern sie oft lange, Hilfe von aussen in Anspruch zu nehmen.
Das Parkinsonsyndrom betrifft in erster Linie die Bewegungssteuerung, hat aber auch Auswirkungen auf die gesamte Lebenssituation des betroffenen Menschen und sein Umfeld.

Symptome der Krankheit sind Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit, Zittern, Gleichgewichtsprobleme und in einigen Fällen Sprech-, Stimm- und Schluckprobleme. Ferner liegen oft nicht motorische Begleitsymptome vor, wie neuropsychiatrische Störungen (u.a. Depression, Halluzinationen, Demenz, etc.), gastrointestinale Probleme (u.a. Obstipation, Übelkeit), autonome Dysregulation (u.a. Blasenprobleme, sexuelle Dysfunktion, niedriger Blutdruck), sensorische Probleme (u.a. Missempfindungen Geruchsstörungen, etc.) sowie Schlafstörungen, Erschöpfung und Müdigkeit vor.

Das Parkinson-Zentrum Tschugg bietet einen stationären Aufenthalt mit medizinischer und rehabilitatorischer Behandlung und therapeutisch-rehabilitativen Ansätzen sowie eine ambulante Betreuung auf höchstem Niveau.

Die ambulante Behandlung kann schwierig werden

Im Rahmen einer ambulanten ärztlichen Konsultation ist es oft schwierig, sich ein genaues Bild der schwankenden motorischen und psychischen Symptomatik von Parkinsonkranken zu machen. Zudem ist es für viele Betroffene schwierig, zwischen Krankheitssymptomen und Nebenwirkungen der Medikamente zu unterscheiden. Das kann zu therapeutischen Fehlentscheidungen führen.

Ein weiteres Problem ist die häufig schwierige Differenzialdiagnose zwischen dem Morbus Parkinson und anderen Parkinsonsyndromen (Multisystematrophie, vaskulärer Parkinsonismus, Progressive supranukleäre Blickparese, u.a.). Diese Krankheitsbilder, die mit den typischen Zeichen eines Morbus Parkinson auftreten können, zeigen im Verlauf eine fehlende oder abnehmende Ansprechbarkeit auf die Antiparkinsonika, weshalb dann die Medikation kritisch überdacht werden muss. Der am Anfang der Behandlung oft spektakuläre Erfolg der medikamentösen Therapie geht bereits nach wenigen Jahren (oder sogar Monaten) zu Ende: Motorische Fluktuationen und Dyskinesien treten einschleichend auf, zeigen einen progressiven Verlauf, können eine erhebliche Invalidisierung im Alltag verursachen und brauchen eine spezielle Intervention.


Der stationäre Aufenthalt

Unsere Erfahrungen zeigen, dass ein zwei- bis mehrwöchiger Klinikaufenthalt die Lebensqualität von Patienten, die unter einem komplizierten Parkinsonsyndrom leiden, deutlich verbessern kann. Die Vorteile der stationären Behandlung liegen vor allem in der Möglichkeit, Natur und Ausprägung der individuellen Beschwerden rund um die Uhr zu beobachten und modernste medizinische Behandlungsstrategien anzuwenden. Wir verfügen über hoch spezialisierte Behandlungsmethoden (wie z.B. die Apomorphin-Infusion, die Duodopapumpe) und sogar über Medikamente, die noch nicht auf dem Markt erhältlich sind. Innerhalb der kontinuierlichen Beobachtung werden auch Schmerzen, Orthostase, Inkontinenz, Halluzinationen, Verwirrtheit und Tag-/Nacht-Umkehr erfasst. Sehr wichtig ist dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Pflege und dem Therapieteam.


Zimmer Parkinson-Zentrum

Eine ganzheitliche Rehabilitation mit Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, psychologischer Unterstützung, einer Beratung durch den Sozialdienst und – bei jüngeren Patienten – durch die Abteilung Werktherapie mit Berufsabklärung kann eine entscheidende Verbesserung der Lebensqualität von Parkinsonpatienten und ihren Familienangehörigen bewirken.

Mit dem Aufenthalt in unserem Parkinson-Zentrum bieten wir unseren Patienten

individuelle Medikamenteneinstellung
ggf. Pumpenversorgung (Apomorphin-, Duodopapumpe)
Stellungnahme zur Tiefhirnstimulation (DBS - Deep Brain Stimulation)
hochspezialisiertes individuelles therapeutisches Angebot
Informationen über die neuesten Therapiemöglichkeiten
Beratung und Unterstützung
Möglichkeit zu Kontakten und zum Austausch mit anderen Betroffenen

Die Kaderärzte, das Pflegepersonal und das Therapieteam des Parkinson-Zentrums sind hoch spezialisiert in der Behandlung des Parkinsonsyndroms und verfügen über mehrjährige spezifische Ausbildung und Erfahrung. Schwerpunkt eines stationären Aufenthaltes sind einerseits die Optimierung der medikamentösen Einstellung, andererseits Bewegungsübungen, Erlernen von Strategien bei Blockaden und Unterstützung bei der Ausführung von Alltagsverrichtungen wie auch der Gebrauch von Hilfsmitteln.

Mittels Training können die Betroffenen z.B. auch lernen, ihre Bewegungseinschränkungen durch visuelle oder akustische Inputs (Cueing) zu überwinden. Zusätzlich werden bei Bedarf Übungen und Strategien zur Verbesserung des Sprechens, der Stimme sowie des Schluckens angeboten. In der Neuropsychologie erhalten Patienten Unterstützung in der Krankheitsverarbeitung, Hinweise zum Umgang mit Ängsten und Entspannungsmöglichkeiten. Der Sozialdienst gibt Informationen und unterstützt bei der Suche nach ambulanten Diensten, Entlastungsmöglichkeiten und bei der Vermittlung von Selbsthilfegruppen. In allen Bereichen ist der Einbezug der Angehörigen ein zentraler Bestandteil des rehabilitativen Angebots. Durch diese vielseitigen Rehabilitationsmassnahmen werden Voraussetzungen geschaffen, damit die Betroffenen die Klinik psychisch und physisch gestärkt verlassen können.

Rehabilitationsmassnahmen stellen eine kostengünstige, nebenwirkungsfreie und wirksame Möglichkeit zur Verbesserung der komplexen Symptomkonstellation dar. Sie sind eine wichtige Ergänzung der medikamentösen Therapie. Zudem sind sie bei allen nicht idiopathischen Formen des Parkinsonsyndroms – welche definitionsgemäss eine weitgehende medikamentöse Therapieresistenz zeigen – praktisch die einzige Möglichkeit, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Die für die Rehabilitation typische Interdisziplinarität gewährleistet zudem die speziell für die Rückkehr in den häuslichen Alltag wichtige Berücksichtigung pflegerischer und psychosozialer Aspekte. Bei komplexen Fällen bietet ein stationärer Aufenthalt in einer spezialisierten Institution erhebliche Vorteile.


Neues Parkinson-Zentrum seit 2009

Im Oktober 2009 konnte unser neues Parkinson-Zentrum mit 23 Zimmern bezogen werden. Neben der dringend benötigten Kapazitätsausweitung für die Behandlung von „Akutpatienten“ bringt der Umbau auch erhebliche Verbesserungen für die Patienten. Die neuen Zimmer, alle mit Südlage und toller Aussicht – genügen höchsten Komfortansprüchen und liegen auf einer Ebene mit den Therapieräumen.


Parkinson-Tagesklinik

Unser spezialisiertes Angebot wird ergänzt durch eine Tagesklinik, die es ermöglicht, alle diagnostisch-therapeutischen Angebote der Klinik auch ohne die Notwendigkeit der Übernachtung oder einer Anwesenheit über mehrere Tage in Anspruch zu nehmen. Durch das günstigere Verhältnis zwischen persönlichem Aufwand, sozialen Kosten und erreichtem Nutzen eignet sich die Tagesklinik vor allem für jüngere und beruflich noch aktive Patienten. Zudem bietet sie die Möglichkeit für schnelle Interventionen bei akuter Verschlechterung der Symptomatik.


Ambulante Behandlung

Eine kontinuierliche ambulante Betreuung kann im Rahmen der Privatsprechstunden der Kaderärzte stattfinden. Zuweisungen für ambulante Konsultationen oder Abklärungen erfolgen über den Hausarzt oder den Spezialarzt. Auch eine direkte Anmeldung ist möglich.


Klinikaufnahme

In der Regel erfolgt die Einweisung über den Haus- oder Spezialarzt. Wir bieten Aufenthaltsmöglichkeiten auf privater, halbprivater und allgemeiner Abteilung.


Informationsveranstaltungen

In Zusammenarbeit mit Parkinson Schweiz bieten wir regelmässige Informationsveranstaltungen an. Bitte beachten Sie unsere Ausschreibungen unter News.


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